Das Ehrenmal - Arbeitsgemeinschaft Gefallenenforschung 1. WK

Direkt zum Seiteninhalt
Das Ehrenmal

Das auf dem Friedhof platzierte Ehrenmal soll an die gefallenen Bürger der Stadt Dortmund erinnern. Die Inschrift auf der Vorderseite lautet
DORTMUNDER BÜRGER
IHREN IM WELTKRIEGE
1914 - 1918
GEFALLENEN MITBÜRGER

NIEMAND HAT GRÖSSERE
LIEBE DENN DIE DASS ER
SEIN LEBEN LÄSSET FÜR
SEINE FREUNDE
        

Der Zustand des Denkmals zeigt Verwitterungen und Beschädigungen.

Im Vergleich mit einer Postkarte, aus den schätzungsweise den 40er Jahren, lassen sich keine Modifikationen oder Veränderungen am Ehrenmal ausmachen. Es scheint sich im Orginalzustand zu befinden am Originalstandort.

Auf der Seite der Stadt Dortmund zum Ehrenmal finden sich einige Informationen und Quellenangaben zum Künstler Friedrich Bagdons. Dort wird die Errichtung des Denkmals mit den Jahren 1924/1925 angegeben.

Der Antrag an die Stadtverordnetenversammlung zur Ausschreibung eines Wettbewerbs für die Gestaltung des Ehrenmals ist bereits im Dortmunder Tageblatt vom 01.08.1919 - Artikel Wettbewerb für das Ehrenmal dokumentiert.


Der entsprechende Artikel in der Dortmunder Zeitung vom 01.08.1919 - Artikel Wettbewerb für das Ehrenmal (folgend links) ist etwas länger, im wesentlichen aber inhaltlich gleich. Der Artikel des Dortmunder Generalanzeigers vom 01.08.1919 - Artikel Wettbewerb für das Ehrenmal (folgend rechts) ist fast wortgleich.

             


Bereits am 05.08.1919 wurde in der Stadtverordnetensitzung über den Antrag beraten. Die Sozialdemokraten beantragten die Ablehnung des Antrags, die Deutsche Volkspartei die Vertagung und die Zentrumspartei befürwortete diesen, so dass nur eine Vertagung blieb. Siehe hierzu den kurzen Bericht des Hörder Volksblattes vom 05.08.1919 - Artikel Stadtverordnetensitzung.




Inhaltlich ausführlicher, fast protokollarisch, zeigt sich der Artikel der Dortmund Zeitung vom 05.08.1919 - Artikel Stadtverordnetensitzung.
     



Auch der Dortmunder Generalanzeiger vom 05.08.1919 - Artikel Stadtverordnetensitzung beschreibt die Sitzung entsprechend ausführlicher aber ohne größere Abweichung.



In wie weit das Thema dann vertagt wurde oder wie oft es noch Teil von Debatten war, ließ sich durch uns anhand von Zeitungsartikeln nicht feststellen. Die Westfälische Morgenzeitung vom 03.01.1921 - Artikel Stadtverordnetensitzung berichtet jedoch davon, das sich in der nächsten Stadtverordnetensitzung im Januar 1921 darauf verständigt werden soll nur hiesige Künstler für den Wettbewerb für Entwürfe eines Ehrenmales heranzuziehen.



Erfolg war diesem Antrag nicht vergönnt. Die Westfälische Morgenzeitung vom 06.01.1921 - Artikel Stadtverordnetensitzung vermeldete direkt dessen Zurückstellung.




Nach einem erneuten Zeitraum ohne einen Zeitungsartikel zu diesem Thema, vermeldet die Dortmunder Zeitung vom 19.04.1922 - Artikel Friedhöfe das Bereitstehen von Finanzmitteln aus Stiftungen bzw. einer Geldsammlung. Es werden 55.000 Mark direkt bereitgestellt und weitere 65.000 Mark werden für den Fall frei, wenn die Stadt Dortmund nicht den restlichen Anteil der Errichtung von Einzelgrabsteinen auf den Kriegsgräbern trägt.



Trotz der nun zur Verfügung stehenden Gelder gibt es  weiterhin keine Einigung zum Ehrenmal wie die Dortmunder Zeitung vom 25.04.1922 - Artikel Stiftung aus der Stadtverordnetenversammlung berichtet.



Trotz der Widerstände wurde der Magistratsantrag angenommen, so dass die finanziellen Mittel der Stiftung für das Ehrenmal bereitstehen.

Bereits in der Abendausgabe der Dortmunder Zeitung vom 25.04.1922 - Artikel Kommentar wird durch ein eingesandten Kommentar ein Wettbewerb gefordert.



Ob es einen derartigen Wettbewerb gab, oder es sich um eine "Direktvergabe" handelte ist uns aktuell nicht bekannt. Jedenfalls schreibt die Dortmunder Zeitung vom 26.11.1922 - Artikel Ehrenmal bereits vom Ehrenmal, dessen Inschriften und der Einweihung am Totensonntag den 26.11.1922, aus Platzgründen ohne eine große Feier. Dieser Artikel ist verfasst vom Stadtbaurat Hans Strobel selbst und bezeugt mit seinen Worten, das es sein Lieblingsgedanke war diese Ehrenmal zustande zu bringen.



Nun ist das Ehrenmal errichtet und wenige Tage vorher eingeweiht, trotzdem scheint die Finanzierung noch nicht in trockenen Tüchern zu sein, wie die Dortmunder Zeitung am 02.12.1922 - Artikel Spenden zeigt. Es fehlen zudem noch Kleinigkeiten und wie erwähnt erhebliche finanzielle Mittel auch für fehlende Gedenksteine für Kriegsgräber.




Auf der Seite der Stadt Dortmund zum Ehrenmal wird die Errichtung des Denkmals mit den Jahren 1924/1925 angegeben. Gleiches findet sich im Katalog und Werkverzeichnis der Ausstellung des Dortmunder Museums für Kunst- und Kulturgeschichte zu Ehren Friedrich Bagdons aus dem Jahre 1993.
(Uwe Fleckner, Jürgen Zänker: Friedrich Bagdons (1878-1937); Eine Bildhauerkarriere vom Kaiserreich zum Nationalsozialismus. Katalog und Werkverzeichnis zur Ausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund. Gerd Hatje, Ostfildern 1993, ISBN 3-7757-0407-8, S. 56–57)

Neben 4 Bildern des Dortmunder Ehrenmals enthält der Katalog mehrer Fotos und Informationen zu den Ehrenmäler in Bagdons Wirken. Insgesamt fast eine Seite geschichtliches und künstlerisches zur Entstehung des Dortmunder Ehrenmals. Vieles ist bereits durch obige Zeitungsartikel bekannt. Während jedoch in den Zeitungen keine Bilder zu finden sind, beinhalten die Quellenangabe doch eine Fülle an Bildern.
Die folgenden Bilder des fertiggestellten Ehrenmals finden sich ebenfalls in der Zeitschrift "Moderne Bauformen" Ausgabe 24 aus dem Jahre 1925. Die Zeitschrift ist bei der Universität Heidelberg hier frei abzurufen



Die Zeitschrift "Neue Baukunst" widmete Strobel ca. im Jahre 1930 gar einen ganzen Band.

Verwiesen wird in dem Buchtext und den Quellen auf eine Broschüre Strobels, welche im August 1922 zu Spenden für das Ehrenmal aufruft. Dieses entspricht der in den Artikeln immer wieder sichtbaren Finanzierungsfragen des Ehrenmals.












Zurück zum Seiteninhalt